Silent University Hamburg Public Seminar (4)

Dienstag, 4. August 2015, 19 Uhr
Somaliland: strategies of self-determination.
Vortrag von Ismail Mosa (Berater Silent University Hamburg)
In englischer Sprache mit deutscher Konsekutivübersetzung.
W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V., Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg

Die internationale Medienberichterstattung über Somalia hat sich in den letzten Jahren auf Kampfhandlungen, Chaos und den Machtzuwachs der muslimischen Extremisten von Al-shabah konzentriert. Dabei entgeht den Medien als auch der internationalen Gemeinschaft die wichtige und weitaus friedvollere Geschichte des Somalilandes, das im Norden von Somalia liegt. Die dortigen politischen Veränderungen können als Vorbild gesehen werden für die Bekämpfung von Extremismus in der muslimischen Welt.

In seinem Vortrag wird Ismail Mosa die Erfolgsstrategien von Somaliland darlegen als einen von der Gesellschaft gesteuerten Demokratisierungsprozess von unten. Dieser steht in starkem Kontrast zum wiederholten Scheitern internationaler Bestrebungen, in Somalia einen Staat nach westlichem Vorbild zu etablieren. Im Unterschied zu den meisten vom Kolonialismus befreiten Staaten in Afrika und im Mittleren Osten ergriff Somaliland die Möglichkeit zur Selbstverwaltung unter Einbezug von traditionellen Normen, Werten und Beziehungsstrukturen. Die Integration von traditionellen Regierungsweisen innerhalb eines modernen Staatsapparats führt zu einem hohen Maß an gesellschaftlichen Zusammenhalt und politischer Legitimation.

Ismail Mosa (geb. 1983 in Hargeisa, Somalia) lebt in Hamburg. Er hat Sustainability Management an der Leuphana Universität in Lüneburg studiert und arbeitet als Manager für Nachhaltigkeit in lokalen und internationalen Kontexten.